Meine ersten km mit der Dicken - ein paar Eindrücke

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oesikb
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Meine ersten km mit der Dicken - ein paar Eindrücke

Beitrag von oesikb » 22.03.2019, 23:23

Hi Leute,
nachdem nun die Gummis endlich gekommen und montiert sind bin ich doch tatsächlich die ersten paar km gefahren. :biker:

Nachdem ich von BMW komme ( R 1100 RS, Getriebetod mit 145.000 km ) gibts da tatsächlich einige Unterschiede. cool2

1. Auf der Dicken sitzt man um einiges näher am Lenker als auf der RS. Die Sitzhöhe bzw. die Schrittbogenlänge ist auf der Dicken niedriger bzw. kürzer. Diese beiden Faktoren haben bei mir den Ausschlag zum Kauf gegeben. Bei 1,66 m Kürze macht da jeder mm was aus :grins: :grins: :grins:

2. Motorleistung: Ich hab die Dicke noch nicht ( annähernd ) ausgefahren; sooo viel stärker als die nominellen 90 PS der BMW dürfte sie aber wohl nicht sein. Wichtiger ist mir ohnehin der mühelose stotterfreie Anzug von unten raus. Das konnte die BMW ab 1500 / min mit etwas Gefühl am Gasgriff und die Dicke macht das auch problemlos mit. Natürlich läuft der 4er wesentlich sanfter als der Boxer. Kleinere Einzelhubräume halt.... Und mir kommt die Dicke leiser vor! Speziell der Ansaugschnarcher der BMW war bei höheren Drehzahlen schon ordentlich laut. ( Und ich mags leise!)

3. Gewicht: Die BMW war mit 236 kg angegeben, die Dicke hat wohl so um die 265 (?) Jedenfalls bricht mir der Schweiß aus, wenn ich sie auf den Hauptständer wuppen möchte :kreuz: . Da hatte die BMW wohl die bessere Hebelübersetzung.

4. Bremsen: Ja alter Vater, hat da irgendjemand vergessen, was einzubauen? :maus: Von Bremse zu sprechen erscheint bei der Dicken im ersten Moment massiv übertrieben. Kommend von der 2 Fingerbremse der BMW hab ich jetzt knapp einen halben Tank gebraucht, um mich an die Verlangsamereinrichtung auf der Dicken zu gewöhnen :grins: :grins:
Jetzt gehts aber schon. HAT VIELLEICHT JEMAND EINEN TIPP FÜR BISSIGERE BREMSBELÄGE?

5. Handling / Fahrverhalten: Mein Eindruck ist, die Dicke ist handlicher als die BMW. Enge Radien gehen leichter und irgendwie neutraler. Die BMW hatte speziell bei nicht mehr ganz neuen Reifen die Tendenz, ab einem gewissen Winkel von selber weiter in Schräglage zu kippen, was mich immer ein wenig irritiert hat. Jetzt mit den nagelneuen Avon Roadridern bemerke ich davon auf der Dicken nix und auch kein Aufstellen beim Bremsen in Kurven. Und die Dicke fühlt sich komfortabler an. Hier wird denk ich schon fühlbar, dass so ein Kardan halt doch die ungefederten Massen hochtreibt. Der Telelever der BMW hat natürlich schon was für sich gehabt. So gut wie kein Einfedern beim Bremsen. Aber stören tut mich der Hofknicks der Dicken beim Bremsen ( Verlangsamen :grins: :grins: ) auch nicht.

6. Getriebe / Schaltung: So knöchern wie die Dicke hat sich noch keins meiner Motorräder je geschaltet und schaltungstechnisch ist man ja von BMW weiß Gott nicht verwöhnt. Die BMW hat bei jedem Schaltvorgang ordentlich geknallt, aber die konnte man mit dem kleinen Finger schalten und die Leerlaufsuche war IMMER von Erfolg gekrönt. Jetzt steh ich an der Kreuzung im 1. Gang mit gezogener Kupplung, nachdem ich den Leerlauf auch beim 10. Versuch nicht reinbekommen hab... :klo: Ganz und gar unjapanisch das....

Ich denke, ich werd hier den Kupplungskorb modifizieren müssen, da die Kupplung wohl nicht 100%ig trennt. Speziell bei warmem Motor (?)
Wie lang dauert denn der Aus- und Einbau der Kupplung erfahrungsgemäß? Ein Freund von mir ist Schlosser, der sollte die Fase auf den Korb drehen können, so wie in der Modifikationsbeschreibung angegeben. Gabs den modifizierten Kupplungskorb eigentlich irgendwann auch serienmäßig?


Jedenfalls macht die Dicke ordentlich Spaß :moto: :moto:
War die richtige Entscheidung, die BMW nicht mehr zu reparieren und mich um was anderes umzutun. Preislich wärs wahrscheinlich um einige Teuros billiger geworden, aber nicht um viel. Und die Dicke hat halt doch 120.000 km weniger auf der Uhr....

Schöne Grüße aus Österreich
Bernhard

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Re: Meine ersten km mit der Dicken - ein paar Eindrücke

Beitrag von mopedfahrer » 23.03.2019, 08:02

Moin Bernhard,
Mit den Bremsen hast du recht. Das ist mir erst richtig aufgefallen als ich von meiner auf eine Serien 1100f gestiegen bin.
Was hilft ist der Umbau auf die 17 Zöller der 1100 r mit der bremsanlage

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Re: Meine ersten km mit der Dicken - ein paar Eindrücke

Beitrag von mampfi » 23.03.2019, 08:25

Bei den Bremsen mit der Originalanlage hilfte es auf jeden Fall Stahlflexleitungen und Sinterbeläge einzusetzen.
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Re: Meine ersten km mit der Dicken - ein paar Eindrücke

Beitrag von venturiduese » 23.03.2019, 08:45

oesikb hat geschrieben:
22.03.2019, 23:23
(...)
2. Motorleistung: Ich hab die Dicke noch nicht ( annähernd ) ausgefahren; sooo viel stärker als die nominellen 90 PS der BMW dürfte sie aber wohl nicht sein. (...)

Schöne Grüße aus Österreich
Bernhard
Entdrossel mal schnell deine Dicke, :grins: dann hast du noch Leistung in Drezahlbereichen wo der BMW Boxer schon mit den Ventil anfängt zu schnattern

oesikb
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Re: Meine ersten km mit der Dicken - ein paar Eindrücke

Beitrag von oesikb » 23.03.2019, 09:31

Hallo mampfi,
du würdest also Sinterbeläge empfehlen?! Danke für den Tipp! Stahlflex sind schon drauf.....

@ venturiduese,
ich weiß schon, man könnte de Dicke entdrosseln und in Österreich würde das wahrscheinlich niemandem auffallen. Es ist in den Papieren keinerlei Drossel vermerkt und auch keine Auspuffblenden oder ähnliches angegeben.
Aber im Moment möcht ich hauptsächlich fahren und nicht unbedingt rumschrauben. Das hatte ich eh bei der BMW zur Genüge.
Soweit ich mich an meine 1200er Bandit Kult erinneren kann, hatte die wesentlich mehr Dampf ( mit offenem Auspuff ) aber da war halt unterhalb von 3000 / min nix los. Da passt mir das im Moment schon so wies ist. :kaffee:
Ab 140 km/h wirds in A echt teuer und ich brauch meinen Führerschein zum Arbeiten. Da relativiert sich Motorleistung recht schnell.

Zur Kupplung nochmal:
Die ist für mich vordringlich.
Wenns ganz schnell gehen müsste, bräuchte man doch nicht mal das Öl abzulassen? Wenn man die Dicke auf den Seitenständer stellt, dürfte sich der Ölverlust in Grenzen halten, wenn man den Seitendeckel abschraubt?!

Dichtung: Hab ich die Umbauanleitung richtig verstanden und der Deckel wird ohne Dichtung eingebaut? Also nur mit Dichtmasse und nicht mit einer gestanzten Papierdichtung oder sowas?
Kann man das Sicherungsblech für die Zentralmutter weitervervenden?
Es geht nicht um ein paar Euro, sondern eher darum, bei Beginn der Arbeit alle Teile parat zu haben.....


Thx
Bernhard

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Re: Meine ersten km mit der Dicken - ein paar Eindrücke

Beitrag von venturiduese » 23.03.2019, 09:39

oesikb hat geschrieben:
23.03.2019, 09:31
(...) Hallo mampfi,
du würdest also Sinterbeläge empfehlen?! Danke für den Tipp! Stahlflex sind schon drauf.....

(...)
Thx
Bernhard
Meine hat vorne Sinterbeleäge die echt gut zupacken, sind aber vom Belag her recht hart und neigen zum quitschen. Überlege ob ich organische wieder montieren. die nicht viel schlechter sind. Ist ev. die Frage in welchen Zustand deine Bremssättel bezüglich Gangbarkeit der Kolben sind?

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Re: Meine ersten km mit der Dicken - ein paar Eindrücke

Beitrag von oesikb » 23.03.2019, 14:12

Die Gangbarkeit der Sättel hab ich natürlich noch nicht eingehender überprüft.
Ich geh aber davon aus, dass die Bremse in Ordnung ist. Ich stell meine Fahrzeuge immer zum ARBÖ zum Pickerl, weil der gemeinhin als recht heikel gilt.
Wenn ich von denen das Pickerl bekomme, gehe ich auch davon aus, dass wirklich alles passt. Und die haben 2 Leute, die selber Motorrad ( Rennen ) fahren und denen trau ich doch ordentiche Arbeit zu.

Hast du eventuell die genaue Bezeichnung deiner Sinterbeläge für mich?

Gruß
B

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Re: Meine ersten km mit der Dicken - ein paar Eindrücke

Beitrag von venturiduese » 25.03.2019, 07:08

Die Beläge habe ich über Ebay bezogen, Marke ist TRW. Nochmal zur Kupplung: Bevor du diese modifizierts, schaue dir den Deckel des Ausgleichsbehälter an. An diesen befindet sich seitlich die Entlüftungsbohrung welche sich manchmal zusetzt. Das hat dann den Effekt das der Kuplungszylinder nicht richtig arbeiten kann und somit die Kupplung nicht ausreichend trennt. Das gleiche kann auch mit dem Deckel der Bremse passieren.

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Re: Meine ersten km mit der Dicken - Deckelein paar Eindrücke

Beitrag von venturiduese » 25.03.2019, 07:46

Achja, die Bohrung endet in eine Vertiefung im Deckel. Diese auch mit prüfen b.z.w reinigen.

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Re: Meine ersten km mit der Dicken - ein paar Eindrücke

Beitrag von oesikb » 25.03.2019, 17:12

Hi Venturiduese,
Danke für die Tipps.
Die Kupplung rückt definitiv ganz aus. Wenn ich den Hebel nur leicht ziehe, trennt sie bereits und sie "kommt" auch wieder ganz am Ende beim Loslassen. Es fühlt sich auch ganz so an, als ob sich der Nehmerkolben schön synchron mit dem Geberkolben bewegte.
Und jetzt hab ich die Dicke grad neu, bin sehr angetan und hab noch Lust zum Wasteln.
Kupplungsdeckeldichtung, Sicherungsblech für die Zentralmutter und Ölfilter sind schon bestellt.
Suzuki Laux liefert echt schnell.

Gruß
Bernhard

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Re: Meine ersten km mit der Dicken - ein paar Eindrücke

Beitrag von mopedfahrer » 25.03.2019, 20:20

.... und wenn sie auf dem Seitenständer steht läuft unter Umständen kein Tropfen Öl raus.

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Re: Meine ersten km mit der Dicken - ein paar Eindrücke

Beitrag von oesikb » 25.03.2019, 20:42

tut er in der Tat nicht :moto:
auch wenn am Hauptständer im Schauglas genug davon zu sehen ist :grins:

Gruß
B

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Re: Meine ersten km mit der Dicken - ein paar Eindrücke

Beitrag von paule 49 » 25.03.2019, 21:49

oesikb hat geschrieben:
23.03.2019, 14:12
Die Gangbarkeit der Sättel hab ich natürlich noch nicht eingehender überprüft.
Ich geh aber davon aus, dass die Bremse in Ordnung ist. Ich stell meine Fahrzeuge immer zum ARBÖ zum Pickerl, weil der gemeinhin als recht heikel gilt.
Wenn ich von denen das Pickerl bekomme, gehe ich auch davon aus, dass wirklich alles passt. Und die haben 2 Leute, die selber Motorrad ( Rennen ) fahren und denen trau ich doch ordentiche Arbeit zu.

Hast du eventuell die genaue Bezeichnung deiner Sinterbeläge für mich?

Gruß
B
Die freigängigkeit der Bremssattelkolben ist wichtig, und macht sich auf die Bremswirkung unwarscheinlich aus habe ich aus eigener Erfahrung erlebt!

oesikb
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Re: Meine ersten km mit der Dicken - ein paar Eindrücke

Beitrag von oesikb » 26.03.2019, 16:06

Hallo paule,

ist mir natürlich bewusst.
Da ich aber gerade beim Pickerl ( TÜV ) war, gehe ich schon davon aus, dass die Bremse in ordnung ist. Es wird da natürlich nur die Freigängigkeit des Rades und nicht die der einzelnen Kolben überprüft.

Ich hab mich wie eingangs eh schon erwähnt, bereits recht gut an die Bremse gewöhnt und geh nicht von einem Defekt aus.
Bissi besser dürferts natürlich schon sein. Vor allem mehr Anfangsbiss wär schon nett :moto: :moto:

Gruß
Bernhard

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Re: Meine ersten km mit der Dicken - ein paar Eindrücke

Beitrag von Dyonisus » 27.03.2019, 09:52

Mehr Biss bekommste mit Sinterbelägen, die machen ne Menge aus, finde ich.
Was die Freigängigkeit angeht, kann ich dir aus Erfahrung raten, überhol die Sättel.

Die Dicken sind alle nicht mehr jung, meine Bremsen waren augenscheinlich in Ordnung, haben gepackt und losgelassen.
Dann habe ich die Sättel überholt, bei der Gelegenheit auch gleich die Pumpe inkl. neuem Schauglas (kostet nur ein paar € beim Chinamann).
Zudem habe ich auch die Scheiben wieder gängig gemacht, die sind ja Semifloating sollten sich also auf den Floatern relativ leicht etwas bewegen lassen.
Alter Dreck und Gammel an den man bei normalem Putzen nicht dran kommt, hatte die Floater festgesetzt.

Danach hab ich die Bremse nicht wieder erkannt. Bei ersten Bremsen nach einiger Zeit hört man minimal wie die Floater arbeiten, so wie es sein soll. Vorher musste ich schon mal kräftig reinlangen in die Bremse, jetzt reicht es im Normalfall mit 2 Fingern zu bremsen. Es ging also eine Menge Kraft für die Betätigung verloren vorher, obwohl sie auch vorher nicht hängenblieb.
Auch wenns in Ordnung erscheint, das Zeugs ist fast 30 Jahre alt da verschwindet auch an der Bremse deutlich Leistung, die man wieder rauskitzeln kann.

Oder sieh es ganz pragmatisch, möchtest du dein Leben einem mit hoher Wahrscheinlichkeit schon 30 Jahre altem Gummiteil anvertrauen?

Es lohnt sich, mach es einfach, kostet 2x30 für die Sättel, 30 für die Pumpe, 3€ fürs Schauglas, damit du wieder was siehst da drin und nen Satz Beläge.
Ca 120€ für die Vorderbremse, das ist es allemale wert.
Hinten geh ich nicht ran, solange sie nicht hängen bleibt, die ist hinten ohnehin sehr bissig und sehr schnell überbremst. Da schadet etwas weniger Bremsleistung nicht.

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