RIP Marco Simoncelli

an unsere verstorbenen Forumsmitglieder

RIP Marco Simoncelli

Beitragvon fjoenchen » 25.10.2011, 11:38

hallo GSXler,


ich weiss, dass er eigentlich nichts mit dem Forum zu tun hat, aber Biker halten ja bekanntlich zusammen.
Ich möchte meine Bestürzung über den tödlichen Unfall des jungen italienischen Rennfahrers Marco Simoncelli beim Moto-GP-Lauf in Malaysia am vergangen Sonntag ausdrücken.
Er war ein sehr talentierter junger Mann und unser Mitgefühl gehört seinen Eltern und seiner Freundin.

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Beitragvon sestorres » 25.10.2011, 16:53

Während in den USA am Sonntag Tausende Menschen dem britischen Rennfahrer Dan Wheldon die letzte Ehre erwiesen, raste in Sepang der italienische Pilot Marco Simoncelli in den Tod. Der Todesfall in der Indycar-Serie in Las Vegas liegt eine Woche zurück, Wheldon wurde 33. Der in Malaysia verunglückte MotoGP-Racer Simoncelli hauchte sein Leben mit 24 aus.

Wieder ist die Motorsport-Welt schockiert. Wieder twittern die internationalen PS-Stars ihre Trauer ins digitale Nirgends. Wieder flossen Tränen bei Angehörigen und Freunden. Wieder wird kurz über die unkalkulierbaren Risiken bei extremem Geschwindigkeiten diskutiert. Und trotzdem geht alles wieder weiter wie immer – bis zum nächsten Toten. Motto: The show must go on. Gedanke: Hoffentlich erwischt es mich nicht.

Seit 1949 gab es allein 47 Todesfälle in der Motorrad-WM (die Gesamtzahl der bei Motorrad-Rennen ums Leben gekommenen Fahrer ist weitaus höher). Zuletzt musste der 19-jährige Japaner Shoya Tomizawa 2010 sein Leben lassen, als er wie Simoncelli von nachfolgenden Fahrern überrollt wurde. Wenn die 150 Kilogramm schweren Zweiräder mit Geschwindigkeit um die 200 km/h auf einen Menschen prallen, helfen auch die besten Sicherheitsmaßnahmen auf und neben der Strecke nichts.

Vor Wheldons tödlichem Indycar-Unfall hatten sich die Fahrer zuvor über den Kurvenspeed jenseits der 350 km/h-Marke beschwert, ohne Erfolg. Rallye-Events wie die Dakar kokettieren beinahe damit, dass Gevatter Tod stetig auf dem Rücksitz lauert. Das voyeuristische Verlangen der Zuschauer wird mit immer spektakuläreren Rennen befriedigt. In der Formel 1, die in vergangenen Jahren von Todesfällen verschont geblieben ist, wurde ein Nachtrennen eingeführt. Vermarkter Bernie Ecclestone denkt sogar an künstlichen Regen, um die Rennserie wieder „spannender“ zu machen.

Der Tod wird in Kauf genommen
Da verwundert es doch, dass jeder weitere Tote einen erneuten Schock in der PS-Szene auslöst. Natürlich wünscht sich niemand tödliche Unfälle, aber billigend in Kauf nimmt man sie doch. Denn: Niemand strebt Regeln an, die Geschwindigkeitsobergrenzen festlegen. Die Rennfahrer auf zwei und vier Rädern wissen, worauf sie sich einlassen. Kaum einer begehrt ernsthaft auf. Damit verdienen Rennfahrer ihr Geld, die Bekannteren aus Rallye, Formel 1, MotoGP und anderen Serien nicht wenig.

Wer sich bei der Bundeswehr als Zeitsoldat verpflichtet, muss damit rechnen, dass ihm im Auslandseinsatz die Kugeln um die Ohren fliegen. Ein vergleichbares Berufsrisiko gehen Motorsport-Piloten ein. Wer zudem so rücksichtslos und überambitioniert steuert wie es Simoncelli tat, kalkuliert seinen und auch den Tod anderer ein. So bleiben immer wiederkehrende Todesfälle sicher tragisch, aber nicht schockierend. Alles andere ist geheuchelt.




Montag, 24.10.2011, 12:40
Kommentar von FOCUS-Online-Redakteur
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